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2002

Ein Jahr, das dem Baui nicht wohlgesonnen ist. Trotzdem gelingt es immer wieder, das Beste daraus zu machen. Zwei Beispiele:

In den Sommerferien gibt es wieder ein Zeltlager für die Kleinen und eine Kanutour die Großen. Die Jugendlichen wollen die Oker befahren, vom Harzrand bis in die Aller hinein. Doch die Gruppe hat Pech: Schon in der ersten Nacht beginnt ein schwerer Dauerregen, der die Oker und viele weitere Flüsse über die Ufer treten lässt. Die Weiterfahrt wird zu gefährlich, so dass  in Wolfenbüttel Schluss ist. Glück im Unglück hat die Gruppe, dass sie im Bootshaus des dortigen Paddelvereins bleiben kann. Dort richten sich die Jugendlichen provisorisch ein und schlafen auf Isomatten zwischen Booten, Werkzeug und Farbeimern. Und dann wird es doch noch ganz schön: Es wird viel gespielt, geklönt und zusammen gekocht, und es gibt Ausflüge nach Braunschweig und in den Harz (bei dem - unvergessen! - ein Teilnehmer von einem Frettchen in die Nase gebissen wird). Als die Gruppe wieder zu Hause ankommt, sind sich alle einig: Das war eine tolle Ferienfahrt!

Ein andere Sache ist folgenreicher als der Frettchenbiss: Der Jugendhilfeausschuss streicht im November sieben Stellen in der Jugendarbeit Sankt Paulis. Betroffen davon ist auch der Baui. Die Sache passt zum allgemeinen politischen Klima, das zur Zeit in Hamburg herrscht: Neben den sieben Stellen wird auch der Bauwagenplatz "Bambule" im Karolinenviertel platt gemacht. Die massiv vertretene Polizei verhält sich dabei sehr provokant und teileweise auch brutal, so dass die Stimmung im Viertel sehr angespannt ist. Es gibt zahlreiche Demos. In dieser Situation kommt dann noch eine breite Kampagne gegen die Stellenstreichung auf dem Baui und den anderen betroffenen Einrichtungen hinzu. Getragen wird sie von unglaublich vielen Kindern, Jugendlichen, Eltern und Nachbarn, zahlreichen Institutionen, den Schulen und sogar von den bürgernahen Beamten der Polizei.

Die dem Baui zugetragene Solidarität ist großartig und beflügelt. Das Bauiteam rückt zusammen und ist fest gewillt, sich nicht alles bieten zu lassen. Mit dem Schwung aus der Solidaritätkampagne geht das Jahr 2002 zu Ende. Es bleibt ein Funken Hoffnung, dass die Arbeit auf dem Baui trotzdem wie gewohnt weitergehen kann.